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Jobs in Spanien finden: Arbeitsmarkt, Gehalt & Steuervorteile (inkl. Remote Work)

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  • vor 6 Tagen
  • 7 Min. Lesezeit

1. Einleitung: Arbeiten in Spanien – ein Traum mit Hürden

 

Spanien zählt seit Jahren zu den beliebtesten Ländern für Deutsche, die sich nach einem neuen Lebensabschnitt im Ausland sehnen. Doch nicht nur das angenehme Klima, das Meer und die entspannte Lebensart machen das Land attraktiv. Viele möchten auch beruflich neu durchstarten oder ihren bestehenden Job mitnehmen.

 

Was sich in der Theorie einfach anhört, erfordert in der Praxis allerdings gute Vorbereitung: Der spanische Arbeitsmarkt funktioniert anders als der deutsche, es gelten eigene rechtliche Rahmenbedingungen, das Gehaltsniveau differenziert sich und gerade bei Remote-Jobs aus Deutschland können sich unerwartete steuerliche und sozialversicherungstechnische Fallstricke ergeben.

 

Als strategischer Berater mit Sitz auf den Kanaren begleite ich neben Unternehmern, Selbstständigen auch Fachkräfte mit einem besonderen Fokus auf rechtssichere Remote-Work-Strukturen und nachhaltige Joblösungen.

 

Marco Preuschoff: Home-Office-Setup für deutsche Arbeitnehmer in Spanien
Marco Preuschoff beim Vortrag über die Möglichkeiten eines Home-Office-Setups in Spanien (mit Arbeitgeber in Deutschland)

 

2. Der spanische Arbeitsmarkt im Überblick

 

Der spanische Arbeitsmarkt hat 2025 eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt: Die Arbeitslosenquote sank erstmals seit vielen Jahren wieder unter die 10 %-Marke. Im vierten Quartal 2025 lag die Arbeitslosenquote bei ca. 9,9 %, der niedrigste Stand seit 2008, während die Zahl der Beschäftigten einen neuen Rekord von rund 22,4 Millionen Erwerbstätigen erreichte (605.400 neue Arbeitsplätze). Damit verzeichnet Spanien im EU‑Vergleich den stärksten Beschäftigungsaufbau im Jahr 2025 (Quelle: INE, EpData 2026, Evolución de la tasa de paro en España).

 

Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt Spanien strukturell ein Arbeitsmarkt mit relativ hoher Arbeitslosigkeit – deutlich über dem EU‑Durchschnitt – und mit anhaltenden regionalen Unterschieden. Diese Zahlen zeigen, dass immer mehr Menschen in Spanien Arbeit finden und dass der Arbeitsmarkt trotz struktureller Herausforderungen insgesamt stabil wächst.

 

 

3. Was verdient man in Spanien?

 

Ein zentraler Aspekt bei der Entscheidung für einen Job in Spanien ist: Wie viel verdient man dort im Vergleich zu Deutschland? Die Realität zeigt, dass sich die Gehaltslandschaft in beiden Ländern deutlich unterscheidet, was sich nicht nur auf dein Einkommen, sondern auch auf deine Lebensplanung auswirkt.

 

Durchschnittsgehalt in Spanien (2024)

 

Laut aktuellen Angaben des Instituto Nacional de Estadística (INE) lag das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt in Spanien im Jahr 2024 bei ca. 2.386 € brutto pro Monat.

 

Diese Werte gelten über alle Berufsgruppen und Regionen hinweg. In wachstumsstarken Regionen wie dem Baskenland, Madrid oder Navarra sind die Einkommen tendenziell höher, während strukturschwächere Regionen und beispielsweise die Kanaren im Durchschnitt niedrigere Gehälter aufweisen.

 

Durchschnittsgehalt in Deutschland (2024)

 

Im Vergleich dazu sind die Durchschnittsverdienste in Deutschland deutlich höher: Nach Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im April  2024 bei ca. 4.634 € brutto pro Monat (etwa doppelt so hoch wie in Spanien).

 

Fazit für Jobsuchende: Das durchschnittliche Einkommen in Spanien liegt deutlich unter dem in Deutschland – ein zentraler Aspekt für die Lebens- und Finanzplanung. Gleichzeitig sind jedoch die Lebenshaltungskosten, Mieten und Alltagsausgaben in vielen spanischen Regionen spürbar geringer. Das heißt: Ein niedrigeres Gehalt kann durch geringere Ausgaben teilweise ausgeglichen werden – je nach Wohnort und individuellem Lebensstil.

 

Einkommen (2024)

Spanien

Deutschland

Monatseinkommen (brutto)

2.386 €

4.634 €

Jahreseinkommen (brutto)

28.632 €

55.608 €


 

4. Job finden in Spanien – so findest du passende Stellen

 

Wer in Spanien arbeiten möchte, hat heute vielfältige Möglichkeiten, passende Jobs zu finden – sowohl vor Ort als auch online. Der wichtigste Punkt bei der Jobsuche ist die Sprache. Logischerweise gibt es primär spanische Arbeitgeber, die du auch auf Spanisch kontaktieren solltest. Alternativ gibt es aber auch relativ viele deutsche Unternehmen in Spanien, wo du nur Deutsch sprechen musst. Für den Einstieg ist das hilfreich, um vor Ort nach und nach immer mehr die spanische Sprache zu adaptieren (wenn du noch kein spanisch kannst).

 

Wo findet man Stellenangebote in Spanien?

 

Hier sind die wichtigsten Anlaufstellen für deine Jobsuche:


  • Klassische internationale Jobbörsen, die es in Deutschland gibt, gibt es auch in Spanien (nicht „.de“, sondern „.es“ benutzen)

  • Soziale Medien: z. B. LinkedIn oder Facebook

  • EURES: das europäische Jobnetzwerk, speziell für EU-Bürger

  • AHK Spanien: die deutsch-spanische Auslandshandelskammer

  • Karriereseiten deutscher Unternehmen, die eine Niederlassung in Spanien haben


Tipp: Deutsche Unternehmen und Plattformen, die sich darauf spezialisiert haben, einen Job in Spanien anzubieten: z. B. www.auslandsjob.de (diese Website bietet eine breite Übersicht an aktuellen Jobs in Spanien, Erfahrungsberichten und hilfreichen Tipps zur Bewerbung, Jobsuche und zum Arbeiten im Ausland).

 

 

5. Anerkennung von Berufsabschlüssen

 

Wer in Spanien in seinem erlernten Beruf arbeiten möchte, sollte frühzeitig klären, ob und wie der eigene Abschluss anerkannt werden muss. Denn nicht alle Berufe dürfen ohne formelle Genehmigung ausgeübt werden – besonders im öffentlichen Bereich und in reglementierten Tätigkeiten.

 

Welche Berufe sind anerkennungspflichtig?

 

In Spanien müssen bestimmte Berufe zwingend anerkannt werden, um diese ausüben zu dürfen. Dazu zählen z. B. unter anderem:


  • Medizinische Berufe

  • Pädagogische Berufe

  • Psychologische Berufe

  • Juristische Berufe

  • Ingenieure und Architekten

 

Für nicht reglementierte Berufe (z. B. viele Tätigkeiten im digitalen Bereich, Marketing, Tourismus oder IT) ist in der Regel keine formale Anerkennung notwendig. Hier zählt die praktische Erfahrung meist mehr als der formale Abschluss.

 

Wo und wie wird die Anerkennung beantragt?

 

Die Zuständigkeit für die Anerkennung liegt je nach Beruf entweder bei:


  • dem spanischen Bildungsministerium (Ministerio de Educación y Formación Profesional) für akademische Berufe Antrag auf homologación (Gleichwertigkeit mit spanischem Abschluss) oder reconocimiento (formale Anerkennung)

  • EU-Portal mittels eines EU-Ausweises, um eine Anerkennung im Gesundheitswesen (z. B. Pflegekräfte) zu beantragen

  • Den jeweiligen Berufsverbänden oder autonomen Gemeinschaften, wenn es um berufsrechtliche Zugänge geht

 

Wichtige Schritte für die Anerkennung von Berufen:

 

  • Übersetzung und Beglaubigung aller relevanten Dokumente (Diplome, Studienabschlüsse, Zeugnisse, Berufsnachweise)

  • Oftmals N.I.E. erforderlich

  • Oftmals Nachweis über Sprachkenntnisse erforderlich

  • Ggf. Zusatzprüfungen oder Auflagen erforderlich (insbesondere bei Gesundheitsberufen)

  • Lange Bearbeitungszeiten (frühzeitig beginnen)

 

Tipp: Kläre frühzeitig, ob du in einem reglementierten Beruf arbeitest und hole dir ggf. Unterstützung bei der Anerkennung – vor allem, wenn du langfristig in Spanien tätig sein möchtest oder dich dort beruflich neu positionieren willst.

 

 

6. Vorsicht bei Remote-Jobs aus Deutschland – Setup ist Pflicht!

 

Immer mehr Fachkräfte möchten ihren deutschen Remote-Job (umgangssprachlich oft als Home-Office“ bezeichnet) mit nach Spanien nehmen. Doch viele unterschätzen dabei die rechtlichen und steuerlichen Anforderungen, die mit einem dauerhaften Aufenthalt in Spanien verbunden sind. In Spanien muss nämlich ein formales Telearbeits-Setup arbeitsrechtlich korrekt geregelt werden. Dazu gibt es verschiedene Lösungen.

 

Was bedeutet das konkret für Arbeitnehmer und Arbeitgeber?

 

  • Steuerpflicht: Du wirst in Spanien steuerpflichtig, sobald du dort deinen Lebensmittelpunkt hast – in der Regel nach mehr als 183 Tagen Aufenthalt im Jahr.

  • Sozialversicherung: In den meisten Fällen muss dein Arbeitgeber deine Sozialversicherungsbeiträge in Spanien abführen – nicht mehr in Deutschland. Es sei denn, du bist entsendet. Ansonsten gilt das Sozialversicherungsprinzip des Wohnsitzstaates (EU-Regelung).

  • Betriebsstättenrisiko: Wenn dein Arbeitgeber dir dauerhaft erlaubt, aus Spanien zu arbeiten, kann dies in bestimmten Fällen als Betriebsstätte in Spanien gewertet werden (Art. 5 DBA). Das hätte erhebliche steuerliche Konsequenzen für den Arbeitgeber.

 

Welche Inhalte benötigt ein rechtssicheres Setup?

 

Wer seinen deutschen Job dauerhaft mit nach Spanien nehmen möchte, muss dafür sorgen, dass die Tätigkeit korrekt legalisiert ist – mit einem klaren Arbeitnehmer-Setup. Dazu gehört z.  B.:


  • Notwendigkeit einer ordnungsgemäßen Anmeldung in Spanien (N.I.E. usw.)

  • Spanischer Arbeitsvertrag mit Telearbeit-Vereinbarung nach spanischem Arbeitsrecht

  • Registrierung bei der spanischen Sozialversicherungsbehörde

  • Abführung der Lohnsteuer in Spanien

  • Abstimmung mit dem deutschen Arbeitgeber zur Vermeidung von Ansässigkeits-Risiken gem. Art. 4 DBA (z. B. bei geschäftsführenden Tätigkeiten)

 

Tipp: Lass dich frühzeitig beraten – idealerweise gemeinsam mit deinem Arbeitgeber – um eine rechtssichere Lösung zu finden, die für beide Seiten funktioniert. Ich unterstütze dich gerne bei der strukturierten Umsetzung deines individuellen Remote-Setups in Spanien.


Marco Preuschoff: Berufliche Möglichkeiten und Herausforderungen für Auswanderer in Spanien
Marco Preuschoff beim Vortrag auf Teneriffa über die beruflichen Möglichkeiten auf den Kanaren (Chancen & Risiken)

 

 

7. Steuervorteile für Fachkräfte in Spanien: Das Beckham Law

 

Spanien möchte gezielt internationale Fachkräfte, Unternehmer und Investoren ins Land holen und bietet dafür ein besonderes steuerliches Modell: das sogenannte Beckham Law.

 

Was ist das Beckham Law?

 

Das Beckham Law ist eine Sonderregelung im spanischen Einkommensteuergesetz, die es bestimmten Neuankömmlingen ermöglicht, für einen befristeten Zeitraum besonders günstige Steuerkonditionen zu nutzen. Es wurde ursprünglich eingeführt, als der Fußballer David Beckham zu Real Madrid wechselte – daher der Name.

 

Wer kann das Beckham Law anwenden?

 

Die Regelung richtet sich an Personen, die aus beruflichen Gründen nach Spanien ziehen:

  • Arbeitnehmer, die nach Spanien entsendet werden

  • Arbeitnehmer, die in Spanien einen Arbeitsvertrag annehmen

  • Arbeitnehmer, die ein internationales Remote-Work-Setup nutzen (100 % Home Office)

 

Das Beckham Law ist unter gewissen Voraussetzungen auch für Solo-Selbstständige (Autónomos) und Unternehmer (S.L.-Gründer) anwendbar.

 

Achtung: Das Beckham Law muss innerhalb von sechs Monaten beantragt werden, sobald man das Arbeitsverhältnis aufgenommen hat (mit der Eintragung in die Sozialversicherung).

 

Welche steuerlichen Vorteile bietet das Beckham Law?

 

  • 24 % Einkommen-Flatrate bis zu 600.000 € pro Jahr

  • 0 % Steuern auf Kapitalerträge aus dem Ausland

  • 0 % Vermögensteuer auf Auslandsvermögen

  • Entfall von gewissen Melde- und Informationspflichten

 

Die Regelung gilt für bis zu 6 Jahre (Jahr der Ankunft + 5 Jahre).

 

Tipp: Wer beruflich nach Spanien geht, sollte so früh wie möglich prüfen, ob das Beckham Law anwendbar ist und das Setup von Anfang an korrekt aufbauen, um nicht die Frist zu verpassen. Gerne unterstütze ich dich bei der Einschätzung und Qualifizierung, ob du dafür in Frage kommst und begleite dich bei der rechtssicheren Antragstellung.

 

Marco Preuschoff: Vortrag über die Steuervorteile von Fachkräften, Selbstständigen und Unternehmern auf den Kanaren
Marco Preuschoff beim Vortrag über die Steuervorteile von Fachkräften, Selbstständigen und Unternehmern auf den Kanarischen Inseln

 

8. Fazit

 

Arbeiten in Spanien ist möglich und für viele ein echter Gewinn an Lebensqualität. Doch ob du vor Ort eine neue Anstellung suchst, deinen deutschen Remote-Job „mitnehmen“ möchtest oder steuerliche Vorteile wie das Beckham Law nutzen willst: Ohne fundiertes Wissen und eine rechtssichere Umsetzung kann es schnell kompliziert werden.

 

Gerade bei Themen wie Sozialversicherung, Steuerpflicht, Arbeitnehmer-Setup oder Berufsanerkennung ist eine professionelle Begleitung unerlässlich, um teure Fehler und unnötige Verzögerungen zu vermeiden.

 

Genau hier setze ich an. Buche dir gerne ein kostenloses Erstgespräch, damit wir über deine individuelle Situation sprechen können.

 

 
 
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